The Saxon Connection
THE SAXON CONNECTION
Pressestimme
Musik von J.S. Bach, G.F. Händel, J.D. Zelenka, J.G. Pisendel und A. Vivaldi
Im Programm „The Saxon Connection“ erklingt einerseits Musik von J.S. Bach, G.F. Händel und A. Vivaldi, die allesamt einen engen Bezug zum sächsischen Kurfürstentum besassen. Andererseits sind Komponisten zu hören, die in der Musikmetropole Dresden eigentliche „Stars“ waren, heute aber wenig bekannt sind. Diese Mischung von (vermeintlich) bekannter und unbekannter Musik aus dem sächsischen Raum aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verspricht ein spannendes und unvergessliches Konzerterlebnis.
Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi, drei der wohl bekanntesten Musikerpersönlichkeiten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert, verbindet eine enge Bindung zum Kurfürstentum Sachsen. Der aus dem sächsischen Halle stammende Händel, der Leipziger Thomaskantor Bach und der vor allem in Dresden stark rezipierte und im Konzertleben präsente Vivaldi – sie alle hatten beste „Connections“ zum sächsischen Musikbusiness.
Da erstaunt es umso mehr, dass sie sich nie getroffen oder gar zusammengearbeitet haben. Alle drei haben aber die Musik der anderen gekannt und studiert – man denke nur an Bachs Bearbeitungen von mehreren Vivaldi-Concerti für Orgel.
Dresden war zu dieser Zeit das bedeutendste Musikzentrum Sachsens. Diesen Status verdankt die Stadt vor allem der grossen Hofkapelle. Seit der Neugründung der sächsischen Hofkantorei im Jahre 1548 fungieren auf der Liste ihrer Kapellmeister so illustre Namen wie M. Praetorius, H.L. Hassler und H. Schütz. Das vermehrte Engagement von italienischen Musikern in der Hofkapelle förderte die Internationalisierung des Musiklebens – so gelangte etwa mit G.A. Bontempi (dem ersten Kastraten in Dresden) die venezianische Oper 1662 nach Sachsen.
Mit der Regierungsübernahme durch den Kurfürsten Friedrich August I. im Jahre 1694 entwickelte sich die grosse Hofkapelle als „Königlich Polnische und Kurfürstlich Sächsische Kapell- und Kammer-Musik“ rapid: Die Besetzungsstärke sowie das Können und die Virtuosität der einzelnen Musiker steigerten sich kontinuierlich, was eine hervorragende Positionierung unter den führenden Orchestern Europas zur Folge hatte.
Von 1711 an wirkte J.G. Pisendel als Konzertmeister in Dresden. Pisendel, einer der bedeutendsten deutschen Geiger seiner Epoche, kam durch Reisen im Gefolge des Kurprinzen nach Paris, Venedig und Wien. Diesen Reisen entspringt die enge Bindung zwischen Pisendel und Vivaldi, dessen Werke zu jener Zeit in Dresden intensiv gepflegt wurden.
Unter den aus Böhmen stammenden Musikern ragt J.D. Zelenka hervor. 1710 wurde er als Kontrabassist angestellt und machte später hauptsächlich als Kirchenkomponist von sich reden.
Der älteste Bachsohn Wilhelm Friedemann war nicht Mitglied der Hofkapelle, stand ihr aber als Organist an der Dresdner Sophienkirche (ab 1733) sehr nahe. Er erhielt seine musikalische Grundausbildung bei seinem Vater an der Thomasschule in Leipzig, studierte neben Jura, Philosophie und Mathematik auch Komposition und wurde 1764 Musikdirektor in Halle.