Felix Austria

FELIX AUSTRIA

 

Heirat, Macht und Hofkapellen:

Österreichische Musik des 17. Jahrhunderts

 

Werke von Heinrich I. F. Biber, Johann H. Schmelzer, Johann J. Fux, Giovanni B. Draghi, Georg Muffat u.a.


„Bella gerant alii, tu felix Austria nube“ – der auf die Heiratspolitik des habsburgischen Herrscherhaus anspielende Sinnspruch sollte bekräftigen, dass sich Österreich im Friedensglück ganz anderen Dingen zuwenden konnte als dem Kriegshandwerk. Die Künste, auch die Musik, konnten so in den Kernlanden des Habsburgerreiches ungestörter gedeihen als anderswo. Die kulturellen Zentren Salzburg, Innsbruck und Wien geben den Kompass vor, an dem sich das Programm des Zürcher Barockorchesters orientiert: Musik aus dem Österreich der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die kunstfreudige geistliche Herrschaft im Fürsterzbistum Salzburg konnte sich den Luxus einer aufwändigen Hofmusik mit hervorragenden Komponisten-Virtuosen wie Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704) und Georg Muffat (ca. 1645–1704) leisten, während die Herzogstadt Innsbruck sogar Virtuosen aus fernen Ländern wie den Engländer William Young (gest. 1662) anzuziehen vermochte. Und schliesslich die Hauptstadt Wien mit der international besetzen Hofkapelle der Habsburgerkaiser Leopold I., Joseph I. und Karl VI. – neben weniger bekannten, aber sehr hörenswerten Komponisten für Tasteninstrumente wie Ferdinand Tobias Richter (1649–1711) und Georg Reutter d. Ä. (1656–1738) beinhaltet das Programm auch die berühmten Namen von Johann Heinrich Schmelzer (ca. 1620–1680), dem vielseitig begabten Antonio Draghi (ca. 1635–1700) und dem grossen Kontrapunktiker Johann Joseph Fux (1660–1741). Man sieht: Nicht nur die Habsburger, auch ihre Hofmusiker waren international vernetzt.
 
Nicola Schneider